Die Sechstklässler*innen der Theodor-Heuss-Realschule sind seit zwei Jahren an der weiterführenden Schule. Zwei Jahre Schule unter Pandemiebedingungen, zwei Jahre mit Einschränkungen und ständigen Veränderungen. Schulsozialarbeiterin Pamela Schilli ist eng mit der Schulleitung und den Klassenlehrkräften im Gespräch. Es macht sich bemerkbar, dass die Klassen sich durch die Schulschließungen, den Online-Unterricht, das Maske tragen und Abstand halten sehr schwer tun,  eine tragfähige Klassengemeinschaft zu entwickeln.

Durch den Corona-Fördertopf „Aufholen nach Corona“ der Stadt Offenburg war es möglich, erlebnispädagogische Angebote an die Schule zu holen und genau an diesen Themen zu arbeiten. Mit dem Erlebnispädagogen Simon Ohneberg plante Pamela Schilli ein abwechslungsreiches und tagesfüllendes Programm für alle vier 6. Klassen mit strategischen Aufgaben im Wald, gemeinschaftsfördernden Spielen auf der Wiese, viel Bewegung, Feuer machen und als Highlight Lagerfeuerpizza selbst backen.

Pamela Schilli ist sich sicher, dass Lernen auch abseits des Schulgebäudes wichtige neue Eindrücke und Raum für Lernerfahrungen bietet. „Raum zum gemeinsamen Spielen, miteinander Zeit verbringen, durchatmen – das ist es, was die Klassen jetzt brauchen, um zueinander zu finden und den Kopf frei zu bekommen. Wir dürfen nicht unterschätzen, was Corona an Folgen mit sich bringt. Nicht nur gesundheitlich, sondern auch psychisch für unsere Kinder- und Jugendlichen“, so die Diplom-Sozialpädagogin.

In der Erlebnispädagogik geht es viel darum, die Gruppe oder Klasse eigene Prozesse gestalten und Lösungen finden zu lassen. Dadurch wird die Gruppendynamik gefördert und die Eigeninitiative der Einzelnen gestärkt. Im Wald und der freien Natur können alle ganz unvoreingenommen sein. Hier spielt keine Rolle, wer gute Noten schreibt, jeder hat die Möglichkeit seine individuellen Stärken mit einzubringen. Durch das „neue“ Setting außerhalb des Klassenzimmers sind die Jugendlichen oft wacher und neugieriger, kommen weg von einer Konsumhaltung und mehr ins eigene Handeln.

Die Meinungen der Sechstklässler*innen waren durchweg positiv. Von „bester Ausflug aller Zeiten“ bis hin zu „das Geländespiel war so geil“ und „die Lagerfeuerpizza war sooo lecker“ hagelte es positive Rückmeldungen. Die begleitenden Lehrkräfte waren ebenfalls sehr angetan von den Aktionen und konnten mit ihren Klassen in einem völlig neuen Rahmen in Kontakt kommen, die Kinder besser kennen lernen und Gruppendynamiken beobachten.

Pamela Schilli ist mehr als zufrieden mit den Outdoortagen, ganz entsprechend dem Spruch: „Und am Ende des Tages sollen deine Füße dreckig, dein Haar zerzaust und deine Augen leuchtend sein“.

Oft braucht es gar nicht so viel, um Kinder glücklich zu machen.