„BITTE WAS?! Kontern gegen Fake & Hass.“

„Hater, Trolle, Faker – voll normal im Netz.“ Ein klares Zeichen dagegen setzt die Landesregierung Baden-Württemberg durch die Kampagne „BITTE WAS?! Kontern gegen Fake & Hass.“ Im Rahmen des Kreativwettbewerbs hat auch die Klasse 6b der Theodor-Heuss-Realschule ihren Beitrag gegen Fake und Hass geleistet – und am 2. November 2020 an der Preisverleihung teilgenommen.   

Angefangen hatte alles im letzten Schuljahr, im Februar 2020. Die Klasse hat sich zunächst, zusammen mit Pamela Schilli (Schulsozialarbeiterin) und Sumaira Younis (Lehrkraft), mit dem Thema Cybermobbing näher auseinandergesetzt. 

Die Schülerinnen und Schüler wurden dafür sensibilisiert, wie ernst das Thema ist und wie schnell man in die Rollen der Täter oder Opfer geraten kann. „Wir haben gelernt, wie gefährlich Cybermobbing ist und dass man sich sofort Hilfe holen sollte, falls man so etwas selbst erlebt“, stellte Ramon aus der Klasse 6b fest.

Ein Leben ohne Internet ist für uns nicht mehr vorstellbar. Die Cyberwelt hat, wie die reale Welt auch, schöne und hässliche Seiten. Doch gerade die Gefahren im Internet werden noch größer, indem Täter räumlich und zeitlich unbegrenzt handeln können. So kann Mobbing, in verbaler, körperlicher oder seelischer Form, im Internet noch viel schlimmer werden.

Einige Schüler hatten die Idee, genau diese hilflose Situation eines Mobbingopfers künstlerisch darzustellen. Jedoch gab es sehr viele weitere Ideen und einige Schüler wollten darüber hinaus die Sonnenseite der Cyberwelt widerspiegeln. Gemeinsam haben die Schüler eine Skulptur von ca. 1 x 1 x 1 m kreiert und darauf ihre Ideen zusammengebracht.

Die Skulptur hat eine schwarze und eine weiße Seite. Bilder und Zitate sind auf der Fläche verstreut, die die unterschiedlichen Facetten der Cyberwelt zeigen. Schlageworte wie „Sex“, „Drogen“ und „Terror“ finden sich auf der dunklen Seite – sie stechen heraus und ziehen die Aufmerksamkeit vorbeilaufender auf sich – das gesamte Kunstwerk hat einen hohen Aufforderungscharakter, es lädt ein, sich näher damit zu befassen, zu lesen, was genau wo steht, zu betrachten, zu entdecken, zu diskutieren…

Es sind Handys angebracht, auf deren Displays Einblicke in Chatverläufe ersichtlich werden. Des Weiteren zeigt eine Box eine Einsicht in ein Kinderzimmer, wo sich eine Person in eine Ecke verkrochen hat. „Was habe ich getan?“, fragt sich das Mobbingopfer, das gerade beleidigt wird. Cybermobbing hört auch im Kinderzimmer nicht auf, es gibt kein Entrinnen, keinen sicheren Ort. Diese Situation ist kein Einzelfall, sondern ein globales Phänomen, das die ganze Welt betrifft. Das haben die Schüler durch eine Weltkugel im Zentrum des Werkes dargestellt. Die Weltkugel wird von zwei Händen gehalten und ist von Wortfetzen umspannt, worauf Ausdrücke wie beispielsweise „Niemand mag dich!“ oder „Ehrenmann!“ zu lesen sind. Sie symbolisiert, wie schnell Daten und Worte sich verbreiten, vor keiner Grenzen Halt machen, sich verbreiten, vermischen, fort sind…

Immer steht dem Schatten aber auch eine helle Seite gegenüber, auch gute Nachrichten, Botschaften, Texte verbreiten sich schnell, das Internet kann für Gutes genutzt werden, bietet unendliche viele Möglichkeiten.

Die Klasse hat sich darüber Gedanken gemacht, wie man „von der dunklen auf die helle Seite kommen kann“ und hat hierfür einige Regeln zum Umgang mit dem Internet aufgestellt. Diese sind als Pfeile über dem Kunstwerkt angebracht. Beispiele dafür sind: „Wir leben in der digitalen Welt gut miteinander, profitieren von Teilhabe und Freiheit.“, „Ich mache mir bewusst, was mit meinen Daten geschieht, die ich erzeuge beim Zocken/in sozialen Netzwerken!“, „Eltern begleiten ihre Kinder à kompetenter Umgang mit neuen Medien.“, „Kinder öffnen sich ihren Eltern, wenn sie im Netz negatives Verhalten erleben.“ Etc…

Über allem steht das Grundgesetz, das unbedingt gewahrt werden muss:

Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Es gibt noch sehr viele weitere Beispiele in dem Kunstwerk, auf die an dieser Stelle nicht eingegangen werden kann. Für eine detaillierte Betrachtung steht das Kunstwerkt seit März in der Aula. Die Klasse war sehr froh darüber, dass sie das Kunstwerk noch ein Tag vor der Schulschließung aufgrund von COVID-19 fertigstellen konnten.

Schulsozialarbeiterin Pamela Schilli ist sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projektes. Die Themen „Cybermobbing“, „Fake News“ und Hass und Hetze im Netz sind allgegenwärtig, jede Gelegenheit, mit Schüler*innen zu diesen Themen ins Gespräch zu kommen ist wertvoll. Es geht darum, Medienkompetenz zu erwerben und zu erweitern, zu hinterfragen, nicht alles zu glauben, was im Netz steht, sich zu schützen, das eigene Verhalten zu überdenken und sich bewusst zu machen, was Cybermobbing anrichten kann.

In den vergangenen Monaten haben die Schüler gespannt auf die Preisverleihung gewartet und waren am Tag der Preisverleihung erstaunt.

Nadine Giebenhain vom Landesmedienzentrum kam mit einem Team und Kameras persönlich in die Schule um den Preis zu überreichen und Schüler*innen zu ihrem Projekt zu interviewen und die Laudatio vorzutragen – eine unglaubliche Wertschätzung für die Arbeit aller Beteiligten.

Die gefilmten Sequenzen wurden dann am 2.11.2020 beim Online-Livestream der Preisverleihung auf YouTube, moderiert von Jessica Schöne, eingespielt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann als Schirmherr der Kampagne verkündete den Gewinner aus der Kategorie „Klasse 5-7“:

Die Klasse 6b der Theodor-Heuss-Realschule hat den 1. Platz belegt!!!

Die Schüler haben sich sehr darüber gefreut und erhielten für ihren Siegerbeitrag eine Bitte-Was-Trophäe für die Klasse, außerdem jeder einen Sportbeutel mit einer Action-Kamera, Aufkleber, Tattoos, Popsicles für Smartphones und viele weitere Geschenke. Außerdem dürfen sie bald einen „Magischen Tag“ mit dem Magier und Illusionist Alexander Straub verbringen.

Die Teilnahme hat sich auf jeden Fall gelohnt! Klassensprecher Adrian betont im Videobeitrag der Kampagne, wie stolz die gesamte Klasse auf ihre Leistung ist. Für die Zukunft haben sich die Schüler vorgenommen, mehr auf ihren digitalen Fußabdruck zu achten und raten allen anderen, es auch zu tun.

Hier der Link zur Preisverleihung: https://www.instagram.com/p/CHN4w41qJd2/

Hier der Link zur Laudatio:
https://www.thr-offenburg.de/wp-content/uploads/Laudatio-Klasse-6b-Theo-Die-Schattenseiten-des-Internets.pdf

Begleitet wurde das Projekt von Sumaira Younis (Geographie und BK-Lehrerin der Klasse) und Pamela Schilli (Schulsozialarbeit)